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Biographisches
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Ist es die Musik oder ist es der Mensch, der im Vordergrund stehen soll?

Meinen ersten Cellounterricht habe ich im Alter von zehn Jahren bei Atis Teichmanis erhalten, der mich mit sehr viel Geduld, Wohlwollen und unerbittlicher Strenge nach den Regeln der alten russischen Schule in die klassische Musik eingeführt hat.
Er sagte, dass die Musik immer an erster Stelle stehen muss.


„listen to the music inside“
- die Suche nach der eigenen Musik.
Dieser Satz von Giora Feidman klingt erstmal wie ein Gegenargument . Die Aufforderung dazu, dass doch der individuelle Mensch auf der Bühne sich nicht hinter der Musik verstecken soll.
Es ist die Idee, dass jeder Mensch seine ureigenen inneren musikalischen Landschaften in sich trägt.

Als Musiker erkunde ich diese Landschaften und suche nach einer möglichst genauen Sprache, um diese Orte und deren Stimmungen für ein Publikum erfahrbar zu machen.
Komme ich dem, was meine innere Musik ist, sehr nahe, dann kann ich als Spieler auf der Bühne die Musik für sich selbst sprechen lassen. Die Musik rückt in den Vordergrund und ich kann hinter sie zurücktreten, ohne mich zu verstecken.
Auch beim Spielen von alter Musik begebe ich mich auf die Suche nach dem Sinn, den Emotionen und den schlüssigen Assoziationen, die ich hinter dem Notentext finde. Wie auf der Suche nach der eigenen Musik, muss ich auch hier konsequent und ehrlich meine innere Stimme entscheiden lassen, was richtig und was falsch ist. Und dann ist es plötzlich auch fast wieder gleichgültig, ob die Musik von mir kommt oder ursprünglich die Musik von jemandem anderes ist.
Entscheidend ist immer, ob ankommt, was ich erzählen will.
Neben der klassischen Musik hat mich schon früh die Suche nach eigener Musik und Improvisation gereizt.


Parallel zum Cello-Studium an der Musikhochschule Köln habe ich begonnen E-Cello in Bands zu spielen.
Was wir 1991 begonnen haben, führen Jean Jacobi und ich bis heute fort und haben mit unserer Band „GUTS PIE EARSHOT“ über 1000 Konzerte in ganz Europa gespielt und 13 Cds/LPs veröffentlicht.


Die Verbindung von Improvisation und alter Musik hat mir ausserdem den Weg in die Theatermusik eröffnet.

Nach einem ersten Kompositionsauftrag für das Theater Bielefeld habe ich meine Liebe zur Schauspielmusik entdeckt und seitdem 20 Bühnenmusiken entwickelt und aufgeführt. Unter anderem im Düsseldorfer Schauspielhaus, am Landestheater Linz und dem Thalia Theater Hamburg.


Mit Gilla Cremer von Theater Unikate habe ich aktuell die Stücke „Meeresrand“ nach Veronique Olmi und „Mobbing“ nach einem Text von Annette Pehnt im Programm.




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